Der zur Anhörung geladene Verlegerverband hat in einer heise online vorliegenden Stellungnahme nun Nägel mit Köpfen gemacht und einen Formulierungsvorschlag in die parlamentarische Debatte eingebracht. Demnach soll zum "Schutz der Integrität von journalistisch-redaktionellen Telemedienangeboten" die Herstellung, Verbreitung und Bewerbung von Programmen untersagt werden, die das Laden von "Rubrikenanzeigen" ohne Zustimmung des Anbieters unterbinden. Lediglich Funktionen wie Safari Reader, die Werbung erst nach dem Laden ausblenden, sollen weiterhin erlaubt sein. Dabei lassen sich die Verleger die Optionen offen, ob die Vorschrift ins Urheberrecht, ins Telemediengesetz oder in einen Bund-Länder-Staatsvertrag integriert werden soll.

Ich bin ja irgendwie immer wieder schockiert, wenn ich lese, mit welchem Ehrgeiz die Verlagsbranche gegen Ad Blocker vorgeht.

Es ist ja nicht so, dass man einen Ad Blocker benutzt, weil man keine Werbung sehen will, sondern weil das komplette Geschäftsmodell der online Werbung ein Risiko für die eigene Privatsphäre ist. Mal komplett davon abgesehen, welche technischen Beeinträchtigungen (unnötiger Datenverkehr im Mobilfunk, höherer Stromverbrauch usw.) online Werbung hat.

Auch wenn ich mit der Geschäftspraktik von AdBlock Plus - bestimmte Werbung gegen Bezahlung durchzulassen - nicht unterstützen würde, so drücke ich trotzdem die Daumen, dass der Fall zugunsten der Ad Blocker entschieden wird.

Letzten Endes, kann eh niemand etwas gegen die Nutzung von Ad Blockern tun, denn Ad Blocker kommen zumeist aus dem Ausland und sind damit natürlich nur schwer zu regulieren. Aber hey, wenn die Verlage schon versuchen Ad Blocker zu verbieten, vielleicht bekommen sie ja dann auch eine Zensurinfrastruktur vor Gericht durch. ;)

Zu dem Thema noch eine Empfehlung vom letzten Chaos Communication Congress. In dem Vortrag wird gezeigt, wie vermeintlich anonyme Daten eines Werbenetzwerks, deanonymisiert und zur Profilbildung von einzelnen Personen missbraucht werden können.