Mein erster Eindruck vom iPad Pro

Vor einiger Zeit hatte ich ja bereits ein paar Gedanken zum Kauf eines iPad Pro aufgeschrieben, war mir aber nicht sicher, ob das alles wirklich so funktioniert. Da ich von meinem Arbeitgeber aber ein MacBook Pro bekommen habe und mein eigenes MBP an meine Frau abgeben werde, war es ein guter Zeitpunkt nun doch mal so ein Tablet als „Alltags Computer” auszuprobieren.

Ich habe mich für das komplette Paket mit Keyboard und Stift entschieden, um wirklich mal „all-in” zu gehen mit dem Tablet-Konzept. Keyboard für lange Texte und den Stift zur Bearbeitung von Fotos/Videos. Denn die Frage die ich mir beantworten will ist: Kann ich meinen Alltag (neben der Arbeit als Software Entwickler) mit einem iPad bewältigen.

Wie ich ja schon berichtet hatte, will ich mit dem Teil in erster Linie Fotos und Videos bearbeiten (yes, srsly, das Teil hat extrem viel Power und mit Luma Fusion kann man schon so einiges machen) und zum anderen soll es eben mein Computer für alles was Text Bearbeitung (Mails, Blogging usw.) betrifft werden. Das war unter anderem ein Grund warum ich mich für die große Version entschieden habe. Es geht eben nicht nur darum, auf dem Sofa im Internet zu surfen und YouTube Videos zu gucken, sondern auch um damit produktiv zu sein.

Ein paar Dinge, dir mir sofort positiv aufgefallen sind. Das alles kann man wahrscheinlich schon überall im Netz nachlesen, aber eben hier noch nicht:

  • Das Display: Ich finde ja diese ganzen „True Tone” und „120hz Refresh Rate” Sachen kann man sehr belächeln wenn man sie noch nicht selber benutzt hat (habe ich auch getan). Aber ab der ersten Minute merkt man, dass man darauf eigentlich nicht wieder verzichten möchte. True Tone ist sehr praktisch wenn man in verschiedenen Lichtsituationen mit dem Teil agiert und die Refresh Rate ist nicht nur cool, wenn man etwas mit dem Stift schreibt. Scrollen in Safari und anderen Dokumenten ist butterweich.
  • Gehäuse: Unglaublich wie dünn das Ding ist, gerade wenn man bedenkt wie viel Leistung da drin steckt. Die Verarbeitung ist Apple-typisch absolute Spitzenklasse. Das 12,9er ist vermutlich etwas schwerer als das 11”, aber absolut kein Schwergewicht. Gerade wenn man bedenkt, dass die Alternative (für mich) ein 13” MacBook Pro wäre, ist das schon ziemlich cool. Mit 12,9” ist das natürlich nichts, was man im Bett, auf dem Kopfkissen liegend in der Luft mit einer Hand halten will. Aber dafür ist es eben auch nicht gedacht. Hier geht es ganz klar um einen Laptop-Ersatz.
  • Der Stift ist total cool! Man kann iOS mit dem Teil komplett bedienen und das Bearbeiten von Fotos (Photos App / Lightroom / Darkroom) und Videos (Luma Fusion) ist genau so angenehm, wie es mir vorgestellt hatte. Ich habe vor ein paar Tagen ~450 Fotos bearbeitet, nachdem wir einen Tag am Meer verbracht haben, und das war ziemlich schmerzfrei und ging locker von der Hand.
  • Audio: Die Lautsprecher sind wirklich krass, sehr laut und haben sogar eine ganz ordentlich Bassleistung. Keine Ahnung, wie das in einem so dünnen Gehäuse funktioniert. Filme im Bett oder in der Badewanne, kann man damit ohne Probleme gucken. Wenn man die Lautstärke voll aufdreht, kommt man schon an den Punkt wo man sich denk „OK, jetzt ist es zu laut, lieber mal runter drehen”. 😁
  • Die Laufzeit auf Akku ist auch sehr lang. Das hängt natürlich davon ab, ob man irgendwas rechenintensive macht, aber mir ist jetzt nichts negativ aufgefallen. Sehr cool ist, dass man das Teil dank USB-C auch mit dem Ladegerät vom MacBook Pro laden kann. Das verkürzt die Ladezeit noch mal ordentlich und ist sehr praktisch wenn man auf Reisen ist, denn das zusätzliche Ladegerät kann man sich sparen.

Diesen Text hier schreibe ich gerade auf dem “Smart Keyboard Folio”. Ein unverschämt teures Keyboard, welches aber meiner Meinung nach sein Geld wert ist (auch wenn ich etwas Bauchschmerzen beim Kauf hatte). Nach 10-15 Minuten konnte ich darauf mindestens so schnell schreiben wie auf einem aktuellen MacBook Keyboard. Durch den Stoff-ähnlichen Überzug auf den Keys, muss man sich auch keine Sorgen machen, dass ein kleiner Krümel das Teil gleich komplett killt (hust MacBook Pro hust). Man kann das iPad mit Keyboard sogar ganz gut auf dem Sofa benutzten und damit problemlos längere Texte schreiben. Es steht natürlich nicht ganz so stabil wie ein Laptop, aber die Konstruktion ist stabiler als ich dachte. Durch den Schwerpunkt im Display, kann man bestimmte Sitzpositionen nicht so gut einnehmen, aber kein Dealbreaker.

Ob sich der Kauf gelohnt hat und ob ich alle meine Aufgaben damit problemlos erledigt bekomme, werde ich mit der Zeit sehen, aber ich bin bis jetzt ganz angetan von dem Konzept und bin zuversichtlich, dass ich damit auch weiterhin zufrieden sein werde. Ich freue mich jedenfalls jeden Tag, wenn ich das Teil wieder in die Hand nehme.

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